Zinkbisglycinat oder Zinkgluconat? Beide Verbindungen liefern deinem Körper Zink. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihren Bindungspartner: Beim Bisglycinat ist Zink an die Aminosäure Glycin gebunden, beim Gluconat an Gluconsäure. Was bedeutet das für die Aufnahme, die Verträglichkeit und deine Auswahl?
Hier findest du die Unterschiede, eine Einordnung der Studien und praktische Hinweise zur Einnahme. Denn neben der Zinkform zählt vor allem, wie viel elementares Zink du tatsächlich aufnimmst.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei organische Verbindungen: Zinkbisglycinat ist ein Aminosäure-Chelat, Zinkgluconat ein Salz der Gluconsäure.
- Hinweis auf bessere Aufnahme: In einer kleinen Studie mit zwölf Frauen war die relative Bioverfügbarkeit von Bisglycinat nach einer Einzeldosis höher als die von Gluconat. Das ist kein allgemeines Wirkversprechen. [1]
- Ernährung und Verträglichkeit zählen mit: Phytat kann die Zinkaufnahme beeinflussen. Auch Bisglycinat ist nicht grundsätzlich davor geschützt. [3]
- Die Menge richtig einordnen: Die europäische Obergrenze für Erwachsene beträgt 25 mg täglich aus allen Quellen zusammen – einschließlich Lebensmitteln. [5]
Was sind Zinkbisglycinat und Zinkgluconat?
Zinkbisglycinat: Zink mit zwei Glycin-Bindungspartnern
Bei Zinkbisglycinat ist ein Zink-Ion an zwei Glycin-Moleküle gebunden. Diese ringförmige Bindung wird als Chelat bezeichnet. Deshalb begegnen dir auch Begriffe wie „Zinkchelat“ oder „Zink-Aminosäurechelat“. Der Begriff Chelat allein sagt allerdings noch nicht, welcher Bindungspartner verwendet wurde: Dafür lohnt sich der Blick in die Zutatenliste.
Die Verbindung ist kein Dipeptid. Zwei an Zink gebundene Aminosäuren sind chemisch etwas anderes als zwei Aminosäuren, die durch eine Peptidbindung verbunden sind. Die Behauptung, Zinkbisglycinat werde beim Menschen sicher vollständig über einen eigenen Peptid-Transportweg aufgenommen, lässt sich aus den hier besprochenen Vergleichsstudien nicht ableiten.
Zinkgluconat: Zink als Salz der Gluconsäure
Zinkgluconat ist eine verbreitete Zinkverbindung für Nahrungsergänzungsmittel. Sein Bindungspartner ist Gluconsäure, die aus Glukose entstehen kann. Gluconat ist damit ebenfalls eine organische Verbindung. Eine Humanstudie zeigt, dass Zink daraus gut aufgenommen werden kann. [2]
Organisch bedeutet hier eine chemische Einordnung. Es bedeutet weder „Bio“ im Sinne ökologischer Landwirtschaft noch automatisch, dass eine Verbindung jeder anorganischen Form überlegen ist. Die konkrete Verbindung und die Einnahmebedingungen sind entscheidend.
Bioverfügbarkeit: Was zeigen die Studien?
Was hinter der Angabe „43 % höhere Bioverfügbarkeit“ steckt
Gandia und Kollegen verglichen 2007 zwei Präparate in einer randomisierten Crossover-Studie mit zwölf gesunden Frauen. Jede Teilnehmerin erhielt beide Formen an getrennten Untersuchungstagen, jeweils als Einzeldosis mit 15 mg elementarem Zink. Anhand der Zinkkonzentrationen im Serum berichteten die Forschenden für Bisglycinat eine um 43,4 % höhere relative Bioverfügbarkeit gegenüber Gluconat. [1]
Die Aussagekraft hat Grenzen: Untersucht wurden eine kleine Gruppe, bestimmte Präparate und eine einzelne Einnahme. Daraus folgen weder „43 % mehr Wirkung“ auf das Immunsystem noch eine garantierte Überlegenheit bei langfristiger Einnahme. Die Studie prüfte auch nicht unser Produkt Zink 50.
Wie schneiden Gluconat, Citrat und Oxid ab?
Wegmüller und Kollegen untersuchten 15 gesunde Erwachsene, die jeweils 10 mg Zink ohne Mahlzeit einnahmen. Die mediane Aufnahme lag für Zinkgluconat bei 60,9 %, für Zinkcitrat bei 61,3 % und für Zinkoxid bei 49,9 %. Citrat und Gluconat wurden damit unter diesen Bedingungen ähnlich gut aufgenommen, Oxid im Mittel schlechter. [2]
Diese Prozentwerte lassen sich nicht unmittelbar mit den 43,4 % aus der Bisglycinat-Studie verrechnen: Die Studien verwendeten unterschiedliche Messmethoden und Vergleichsgrößen. Eine allgemeine Rangliste aller Zinkformen ergibt sich daraus nicht.
Zinkbisglycinat oder Zinkgluconat: die Vergleichstabelle
| Kriterium | Zinkbisglycinat | Zinkgluconat |
|---|---|---|
| Bindungspartner | Zwei Glycin-Moleküle; Aminosäure-Chelat | Gluconsäure; organisches Salz |
| Aufnahme | Vorteil in einer kleinen direkten Vergleichsstudie [1] | Gute Aufnahme in einer Humanstudie [2] |
| Einfluss von Phytat | Nicht vollständig geschützt; Laborbefunde sind begrenzt übertragbar [3] | Phytat kann die Zinkaufnahme beeinträchtigen [6] |
| Verträglichkeit | Individuell; keine Garantie für beschwerdefreie Einnahme | Individuell; Menge und Einnahmebedingungen beachten |
| Entscheidend auf dem Etikett | Elementares Zink pro Tagesportion | Elementares Zink pro Tagesportion |
Phytat, Mahlzeiten und Magenverträglichkeit
Phytat kommt unter anderem in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen vor. Es kann Zink im Verdauungstrakt binden und dadurch dessen Aufnahme verringern. Diese Lebensmittel bleiben wertvolle Bestandteile einer abwechslungsreichen Ernährung. Einweichen und andere geeignete Zubereitungsverfahren können den Phytatgehalt verringern. [6]
Eine Laborstudie von Rock und Kollegen, veröffentlicht im Dezember 2025, verglich Bisglycinat, Zinksulfat und ein Zinkproteinat. Bisglycinat war bei einigen Phytatkonzentrationen weniger beeinträchtigt als Sulfat; bei höheren Konzentrationen nahm die zugängliche Zinkmenge aber ebenfalls ab. Zinkgluconat wurde nicht untersucht. Die Arbeit belegt deshalb weder einen generellen Vorteil gegenüber Gluconat bei Mahlzeiten noch vollständige Phytat-Unempfindlichkeit. [3]
Auch zur Verträglichkeit ist eine pauschale Rangfolge wenig hilfreich. Zinkpräparate können Magenbeschwerden oder Übelkeit auslösen, insbesondere bei hohen Mengen. Beachte die Hinweise des jeweiligen Produkts. Wenn du Beschwerden bemerkst, kläre Einnahme und Dosierung mit deiner Apotheke oder Arztpraxis, statt die Menge einfach weiterzunehmen. [6]
Wie viel Zink pro Tag ist sinnvoll?
Die DGE nennt für Erwachsene ab 19 Jahren je nach Phytatzufuhr 7–10 mg Zink täglich für Frauen und 11–16 mg für Männer. Diese Werte beziehen sich auf die gesamte Ernährung. Sie sind keine Empfehlung, diese Menge zusätzlich als Präparat einzunehmen. Für Schwangerschaft und Stillzeit gelten eigene Referenzwerte. [4]
Die europäische tolerierbare Obergrenze für Erwachsene liegt bei 25 mg pro Tag aus allen Quellen. Sie ist eine Grenze für die langfristige Gesamtzufuhr, kein anzustrebender Tageswert. Wer bereits 25 mg über ein Präparat aufnimmt, kommt durch Lebensmittel zusätzlich darüber. [5]
Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR eine deutlich niedrigere Höchstmenge von 6,5 mg Zink je Tagesverzehrempfehlung vor. Das ist eine behördliche Empfehlung, keine gesetzliche Höchstmenge. Bei mehr als 3,5 mg pro Tagesportion empfiehlt das BfR einen Hinweis, auf weitere zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten. [7]
Zinkbisglycinat oder Zinkgluconat: Worauf solltest du achten?
- Den Zinkwert vergleichen: 25 mg Zinkbisglycinat sind nicht dasselbe wie 25 mg Zink. Das Gewicht der Verbindung enthält auch den Bindungspartner. Maßgeblich ist die Angabe „Zink“ pro Tagesportion.
- Die Zutatenliste lesen: Sie zeigt die verwendete Zinkform und weitere Bestandteile. Eine kurze Liste kann dir die Auswahl erleichtern. Aus dem Verzicht auf einen bestimmten Hilfsstoff allein lässt sich aber keine höhere Aufnahme ableiten.
- Die gesamte Zufuhr berücksichtigen: Zink kann auch in Multivitaminen und anderen Kombipräparaten stecken. Addiere die Mengen, bevor du Produkte kombinierst.
- Wechselwirkungen abklären: Zink kann unter anderem mit bestimmten Antibiotika und hochdosierten Eisenpräparaten wechselwirken. Eine Chelat-Bindung ist kein verlässlicher Freibrief für die gleichzeitige Einnahme. Lass den passenden Abstand in der Apotheke prüfen. [6]
Welche Funktionen erfüllt Zink im Körper?
Zink ist ein essenzielles Spurenelement. In der EU sind unter anderem folgende gesundheitsbezogene Angaben zugelassen: Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, trägt zur Erhaltung normaler Haut bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Diese Aussagen gelten für Zink bei Erfüllung der jeweiligen Verwendungsbedingungen – sie belegen keine besondere Wirkung einer einzelnen Zinkverbindung. [8]
Zinkbisglycinat bei APOrtha
Unser Zink 50 aus Zinkbisglycinat enthält 50 mg Zink pro Tablette. Die auf der Produktseite angegebene Tagesportion ist eine halbe Tablette und liefert 25 mg Zink. Die Packung enthält 190 vegane Tabletten.
Zur Einordnung: Diese Tagesportion liegt über dem BfR-Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel und erreicht bereits ohne Lebensmittel die europäische Obergrenze. Sie ist deshalb keine allgemeine Empfehlung für eine dauerhafte zusätzliche Zinkzufuhr. Kläre vor einer längerfristigen Einnahme, ob diese Menge für dich erforderlich und geeignet ist.
Die aktuellen Zutaten, die Verzehrempfehlung und produktspezifischen Hinweise findest du auf der Produktseite. Weitere Präparate kannst du in unserer Zink-Übersicht vergleichen. Bei Fragen zur Auswahl erreichst du uns über das Kontaktformular.
Häufige Fragen zu Zinkbisglycinat und Zinkgluconat
Zinkbisglycinat oder Zinkgluconat – welche Form wird besser aufgenommen?
Eine für alle Menschen und Einnahmebedingungen beste Zinkform ist nicht belegt. Für Bisglycinat gibt es einen Hinweis auf einen Vorteil gegenüber Gluconat; Gluconat wurde in einer anderen Humanstudie ebenfalls gut aufgenommen. Menge, Ernährung und Präparat beeinflussen den Vergleich.
Ist Zinkbisglycinat immer magenfreundlicher?
Eine generell bessere Verträglichkeit gegenüber Zinkgluconat ist durch die hier genannten Studien nicht ausreichend belegt. Entscheidend sind auch Dosierung und individuelle Verträglichkeit. Bei Beschwerden solltest du die Einnahme abklären.
Kann ich Zink mit einer Mahlzeit einnehmen?
Beachte zuerst die produktspezifische Empfehlung. Mahlzeiten können die Aufnahme beeinflussen; eine feste Abstandsregel allein nach dem Namen der Zinkverbindung ist zu pauschal. Auch bei Bisglycinat lässt sich ein Einfluss von Phytat nicht ausschließen.
Sind 25 mg Zink täglich eine normale Ergänzungsmenge?
25 mg sind die europäische Obergrenze für die langfristige Gesamtzufuhr von Erwachsenen aus Lebensmitteln und Ergänzungen zusammen. Für ein Nahrungsergänzungsmittel allein schlägt das BfR 6,5 mg pro Tagesportion vor. Eine höhere zusätzliche Zufuhr sollte individuell abgeklärt werden.
Was bedeutet „elementares Zink“?
Damit ist die tatsächliche Zinkmenge gemeint, ohne das Gewicht des Bindungspartners. Vergleiche deshalb die deklarierte Menge „Zink“ pro Tagesportion und nicht nur die Milligrammzahl der Zinkverbindung.
Fazit: Zinkbisglycinat oder Zinkgluconat?
Zinkbisglycinat ist eine interessante Option, wenn du ein Aminosäure-Chelat suchst; Zinkgluconat ist ebenfalls eine gut untersuchte Zinkquelle. Wähle anhand der Zusammensetzung, einer passenden Tagesmenge und deiner Verträglichkeit. Eine möglichst hohe Dosis ist dabei kein Qualitätsmerkmal.
Auch bei anderen Mineralstoffen lohnt sich der Blick auf die Verbindung: In unserem Beitrag Magnesium-Formen im Überblick findest du einen weiteren Vergleich.
Quellen und Studien
- Gandia et al. (2007): Vergleich von Zinkbisglycinat und Zinkgluconat. Randomisierte Crossover-Studie, zwölf gesunde Frauen, Einzeldosis. DOI: 10.1024/0300-9831.77.4.243.
- Wegmüller et al. (2014): Aufnahme von Zinkcitrat, Zinkgluconat und Zinkoxid. Crossover-Studie, 15 Erwachsene. DOI: 10.3945/jn.113.181487.
- Rock et al. (online 22.12.2025; Nutrients 18, 46): Phytat und verschiedene Zinkquellen. Laborversuche mit Verdauungsmodell und Zellkulturen, keine Einnahmestudie am Menschen. DOI: 10.3390/nu18010046.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für Zink.
- EFSA: Übersicht der tolerierbaren Obergrenzen, Zink; Grundlage: Bewertung des Scientific Committee on Food.
- NIH Office of Dietary Supplements: Zinc – Health Professional Fact Sheet. Ernährung, Aufnahme, Risiken und Wechselwirkungen; US-Zufuhrgrenzen unterscheiden sich von europäischen Werten.
- BfR: Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012: zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Zink.
Redaktioneller Stand: 27. Oktober 2026. Titelbild: KI-generiertes Symbolmotiv. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.